Pfad

„Wer den Juni-Pfad geht, der bleibt grün – ewig“

Diese wunderschönen Worte schrieb Sarah Kirsch auf ein Aquarell, dass sie dem Förderverein Sarah Kirsch schenkte.

Der „Grüne Junipfad“, der an ihrem Gebursthaus beginnt und an der ehemals innerdeutschen Grenze endet, ist ein symbolischer Weg. Der Pfad ist entstanden als im Juni 1997 Sarah Kirsch die Limlingeröder Kirche für eine Lesung besucht hat.

Im Anschluss an diese Lesung gab es einen Sonntagsspaziergang, dessen Route den heutigen Juni-Pfad definiert.

Der Pfad führt durch eine wunderschöne Landschaft, voller Blumen und Vogelgesang und führt an drei Seen vorbei.

Die erste Station führt über einen dichtbewachsenen Weg zu einem grünen See. Von dort geht es weiter zu einem braunen See und von dort aus weiter zur ehemaligen Grenze. Durch dieses abwechslungsreiche Farbenspiel inmitten ursprünglicher Natur ist es nicht schwer Inspiration zum Schreiben und Dichten zu finden.

Eine Besucherin des Pfades, beschrieb ihre Erfahrungen auf dem Junipfad in der Limlingeröder Reihe Heft 2, wie folgt:

Ich folge dem grünen Junipfad. Der erste ist der grüne See. Dort unkt es gewaltig nach Liebe, und für jedes Paar blubbert aus der grünen Grütze eine Grasbatzeninsel, aber es riecht nicht nach Schwefel! Hier wird Jomfru Blidelil der Lilith gehörig was hutzeln. Der Weg ist dicht bewachsen. Wir laufen durch das hohe Grün bis zum zweiten See, dem Braunen. Großmütig schluckt er die rauschende Sethe und plätschert nicht enden wollend sanft ins sumpfige Land neben uns. So kommen wir an eine Weggabelung. „Das ist der Scheideweg, liebe Brüder. Wann ihr euch einmal trennt, so stoßt dieses Messer hier in einen Baum. Daran kann einer, wenn er zurückkommt, sehen, wie es seinem abwesenden Bruder ergangen ist. Denn die Seite, nach welcher dieser ausgezogen ist, rostet, wann er stirbt. Solange er aber lebt, bleibt sie blank.“ Dort liegt der rostige Draht zum Rad gewunden, und da oben fällt der dritte See in die schwarze Erde.