Programm des Fördervereins "Dichterstätte Sarah Kirsch e.V." in Limlingerode 2011(Änderungen vorbehalten)

Samstag, 28. Mai, 14.30 Uhr

Programm: Leonard Cohen - Der letzte Troubadour


Die meisten denken sofort an traurig-schöne Songs, wenn sie den Namen "Leonard Cohen" hören. Dabei war die Musik für den jungen Leonard zunächst weniger wichtig. Er spielte nur Gitarre, um die Mädchen zu beeindrucken und blieb ansonsten seiner größten Passion treu - dem Dichten. Glücklich fügte es sich, dass er schon mit seinen ersten Versen genug verdiente und jung an Jahren durch die Welt tingelte. Bekanntester Rückzugsort wurde lange Zeit die griechische Insel Hydra, die er fortan immer wieder besang ("bir d on the wire").
Zurück aus der Einsamkeit zog es ihn in das New Yorker Chelsea Hotel, wo damals viele Stars wie Patti Smith oder Janis Joplin residierten. In dem Song "Chelsea No. 5" besingt er eine Affäre mit Joplin. Das war im Jahre 1967, wie es der Liedtext weiß. In jenem Jahr trat Cohen außerdem erstmals beim renommierten Newport Folk Festival auf und wurde fortan als zweiter Bob Dylan gefeiert.
Seit dem reißt der Wirbel um Leonard Cohen nicht ab. Noch immer fasziniert seine unverwechselbare Stimme. Generationen lieben die Melancholie seiner Lieder.
Doch auch Cohens Poesie und Prosa geraten nicht in Vergessenheit. Erst im September 2009 erschien eine Neuauflage seines Romans "Das Lieblingsspiel", den er 1963 veröffentlichte. Von ebenjenem Buch, den Gedichten, Liedern und der Biographie des Ausnahmekünstlers soll in der "Dichterstätte" die Rede sein. Eine Hommage an eine lebende Legende, die mit fast 80 Jahren einmal wieder durch die Welt tourt - als Inbegriff eines Vaganten.



Die 14. "Limlingeröder Diskurse" am 25. und 26. Juni 2011

Die Veranstaltungen beginnen an beiden Tagen um 10.00 Uhr und dauern bis in die Nachmittagsstunden. Am 25. 6. wird der "Grüner Junipfad" begangen bis hin zu den Seen, an denen Lyrik erklingt.

Christian RosenauChristian Rosenau
Samstag, 25. Juni, 10.00 Uhr
Lesung mit dem Lyriker Christian Rosenau, Weimar
Vortrag über ihn von Stefan Borchers, Berlin

Christian Rosenau und der Förderverein "Dichterstätte Sarah Kirsch" sind sich im Heft 2/2007 des "Palmbaum", des Literarischen Journals aus Thüringen, begegnet. In ihm wurden die Thüringer Literaturgedenkstätten vorgestellt, und Heinz Stade erinnerte daran, dass das Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch in Limlingerode seit 5 Jahren zu allmonatlichen Lyrikveranstaltungen einlädt, weil es Ende 2002 restauriert seine Pforten öffnen konnte. Innerhalb der "Mitteldeutschen Lyriknacht" kam im zweiten Juliheft Christian Rosenau mit seinem Gedicht "in den Gerüsten" zu Wort ... ein Radio dudelt nebenbei, unhörbar fast / in ihrer Mitte, der Takt der Melodideldei. Der Autor wird als Musiker, Musikpädagoge und Lyriker benannt, der in Weimar freischaffend lebt.

Christian Rosenau, geboren 1980 in Weimar, hat an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar studiert. Seit 2005 hat er mehrere Gedichtbände veröffentlicht, einige davon als Langgedichte mit mehrstimmiger Textführung in parallel verlaufenden Kolumnen. Neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, z. B. im Jahrbuch der Lyrik 2009, sind bisher "die Initialen der Vögel" (Hrsg. Literarische Gesellschaft Thüringen 2006), "Café" (Verlag Ulrich Keicher Warmbronn 2007) und der Band "Winterfurchen" (Verlag Ulrich Keicher 2009) erschienen.
Für seine literarischen Arbeiten ist Rosenau mit verschiedenen Preisen und Autorenstipendien ausgezeichnet worden: 2005 und 2006 Erster Preis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, 2007 Autorenstipendium des Landes Thüringen, 2009 Hermann-Lenz-Stipendium, 2010 Nachwuchspreis des Joachim-Ringelnatz-Preises für Lyrik, 2010 Preis der Jury beim Lyrikpreis Meran. In der Begründung für die letzte Auszeichnung heißt es: "Der Preis der Jury geht an einen Dichter, der individuelle Erfahrungen seiner Kindheit und die Geschichte seiner Heimat zu lyrischen Miniaturen verdichtet. Im gekonnten Umgang mit einer reichen Tradition entwirft er Zeitbilder einer gestörten Idylle, die durch ihre Musikalität bestechen."

Stefan Borchers, der den Autor in Limlingerode vorstellt, wurde 1968 geboren, hat Germanistik, Philosophie und Sozialpsychologie in Hannover studiert und im Fach Deutsche Literaturwissenschaft promoviert. Sein Arbeitsschwerpunkt ist der Grenzbereich von Literatur und wissenschaftlicher Gelehrsamkeit im 18 Jahrhundert.
Derzeit arbeitet er am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

Stefan Borchers sagt über seine Begegnungen mit Christian Rosenau: "Im Jahr 2004 hatte ich das Glück, ihn in Leipzig bei seiner ersten öffentlichen Lesung zu erleben. Damals hatte er noch nichts publiziert und war sich seines Talents nicht recht bewusst."
Seine Texte haben mich sofort in den Bann gezogen, so dass ich (nach Überwindung einiger Skrupel, ob man so etwas überhaupt machen kann und soll) mit ihm in Kontakt getreten bin, um ihn meiner Hochschätzung zu versichern und ihn - sofern nötig - zum Weiterarbeiten zu ermuntern.
Tatsächlich war ihm diese Ermunterung willkommen und in der Folge haben wir regelmäßig Mails getauscht, in denen er mich mit neuen Texten und ich ihn mit Rückmeldungen darüber versorgt habe, wie sie bei mir als Leser ankamen. Für mich war und ist es ungeheuer beglückend, auf diese Weise Kunst quasi in statu nascendi zu erleben.
Zum schriftlichen Austausch sind im Laufe der Jahre einige Treffen hinzugekommen. So haben wir uns angefreundet, und ich konnte mit großer Befriedigung verfolgen, wie seine literarische Arbeit zunehmend weitere Anerkennung gefunden hat - in Form von Lesungen, Veröffentlichungen, Preisen und Autorenstipendien.

Samstag, 25. Juni, 10.00 Uhr
Die Lyrikerin des Mittelalters, Mechthild von Magdeburg, vorgestellt in einem literarisch-musikalischem Programm von Ulrike Müller, Weimar, und Antje Finkenwirth, Berlin

Mechthild von Magdeburg, die bedeutende Dichterin des Mittelalters, wurde um 1207 geboren und starb 1282 im Kloster Helfta bei Eisleben. Sie ist eine der bedeutendsten Mystikerinnen Mitteleuropas.
Von ihrem Leben weiß man nur Weniges. Einiges kann aus ihrem Werk entnommen werden. Vermutlich von wohlhabenden, einflussreichen Eltern abstammend, wuchs sie in einer höfischen Umgebung auf und erhielt eine gute Bildung. Mit 12 Jahren hatte sie ihr erstes Gnadenerlebnis und mit ca. 20 Jahren zog sie nach Magdeburg, wo sie über dreißig Jahre als Begine lebte. Man legte das Gelübde der Armut und Keuschheit ab, gehörte jedoch nicht eigentlich einem Orden an. Um 1250 begann sie auf Zuspruch ihres Beichtvaters über die Wonnen und Qualen ihrer mystischen Erfahrungen mit Gott zu schreiben. Ihre in mittelniederdeutsch verfassten Aufzeichnungen stellte Heinrich von Halle dann zu den ersten sechs Büchern des "Fließenden Lichts der Gottheit" zusammen. Mit ihren kirchenkritischen Äußerungen erlebte sie auch Anfeindungen, aber man suchte bei ihr auch vielfach Rat. Ab 1270 lebte sie zurückgezogen im Zisterzienserkloster Helfta bei Eisleben. Sie fügte in dieser Zeit zu ihren Aufzeichnungen noch ein siebtes Buch hinzu.
Mechthild benutzt in ihrem Werk "Das fließende Licht der Gottheit" Bilder des Hohenliedes, um die mystische Vermählung der Seele mit Christus zu beschreiben. Beeinflusst wurde sie auch von Bernhard von Clairvaux, David von Augsburg, Hildegard von Bingen und Gregor dem Großen.. Man findet den Liebesdialog, Lobpreisungen der Liebe, Liebesklage, Gebete, Visionen, Merkverse, Allegorien, Streitgespräche. Vers und Prosa treten nebeneinander oder vermischen sich.
Das Original ihres Textes ist uns nicht überliefert, es existiert eine oberdeutsche Übertragung aus der Zeit um 1343. Die Handschrift befindet sich in der Bibliothek des Schweizer Klosters Einsiedeln.
Mechthilds Werk wurde schon früh ins Lateinische übersetzt. Von dieser Fassung ist ebenfalls eine Handschrift erhalten, die die ersten sechs Bücher des "Fließenden Lichts ..." enthält, wobei die Texte jedoch anders angeordnet sind.



Samstag, 30. Juli, 14.30 Uhr

Die Poesie der Jahreszeiten - 2. Teil


Wie freu' ich mich der Sommerwonne ...

Sommergedichte in deutscher Sprache von A (Ilse Aichinger / H.C. Artmann) bis Z (Carl Zuckmayer / Unica Zürn /)
Samstag, 27. August, 14.30 Uhr
Lesung:

Die britische Schriftstellerin Emily Jane Brontė, geb. 1818, gest. 1848, wurde durch ihren 1847 veröffentlichten einzigen Roman Wuthering Heights (Sturmhöhe) bekannt. 1846 veröffentlichten die drei Schwestern Emily, Anne und Charlotte den Gedichtband Poems unter den männlichen Pseudonymen Ellis, Acton und Currer Bell. Diese lassen sich den Anfangsbuchstaben der Vornamen zuordnen. Die Qualität der Gedichte von "Ellis" (Emily) wurde von der zeitgenössischen Kritik gegenüber denen der beiden anderen Autoren hervorgehoben, ein Urteil, das bis heute Bestand hat.
Ihre lyrische Arbeit, die sich oft auf das Traumreich Gondal bezieht, setzte Emily Brontė bis zu ihrem frühen Tod fort.
24. September, 14.30 Uhr
HausART Nr. XXVII . 4/2011
Kunstbeilagen aus den MARGINALIEN, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie
Sammlung: Heidelore Kneffel
Dauer: bis Ende Dezember

"Im Dialog mit Hermann Hesse"
Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Regelschule "Hainleite", Wolkramshausen, und ihre Gedanken zu lyrischen Texten Hermann Hesses



22. Oktober, 14.30 Uhr

"Franz Liszt 1811-1886. Ein Europäer in Thüringen"

Vorbemerkungen:
Zu den Liszt-Orten in Thüringen gehört auch Sondershausen. Diese Kleinstadt war ein musikalischer Stützpunkt der Neudeutschen Schule, die Franz Liszt begründete. Ende März 1876 hielt er sich zu Aufführungen seiner Werke in der Stadt auf.

In einer Sonderausstellung vom 18. Juni bis zum 23. Oktober, die den Titel "Musik und Archtitektur: Liszt und Scheppig in Sondershausen" trägt, ist die Stadt an der Lisztehrung beteiligt.

Carl Scheppig (1803-1885), war Architekt und studierte bei Karl Friedrich Schinkel. Er blieb vergleichsweise unbekannt. Die Ausstellung möchte das ändern. Bekannt war seine Lohhalle in Sondershausen, die 1972 abgerissen wurde.

In der "Dichterstätte" wird an den Komponisten derart erinnert, dass die dichterischen Vorlagen seiner Lied-Vertonungen, seiner Melodramen und einiger Sinfonien, von verschiedenen Autoren stammend, vorgetragen werden.

Die Dichter: Dante, Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Georg Herwegh, Ernst Moritz Arndt, Victor Hugo, Nicolaus Lenau, Alexei Tolstoi u. a.



Samstag, 26. November, 14.30 Uhr
2 Künstler der Renaissance als Dichtende, vorgestellt in einer Lesung:

Ein Blatt Papier, das zusammen mit anderen, ihm ähnlichen Blättern, auf einem Schreibtisch lag, sah sich eines Tages mit Zeichen bedeckt ...

Die Fabeln des Leonardo da Vincis ( 1452-1519), übertragen von Rudolf Hagelstange

So wie drei Stile in der Feder sind / und in der Tinte ...

Die Sonette des Michelangelo Buonarroti (1475-1564), übertragen von Rainer Maria Rilke



Samstag, 17. Dezember, 14.30. Uhr

Die Poesie der Jahreszeiten - 3. Teil

O flaumenreiche Zeit der dunklen Frühe ...

Wintergedichte in deutscher Sprache von A (Ilse Aichinger / H. C. Artmann) bis Z (Carl Zuckmayer / Unica Zürn /)



zurück zum Anfang der Seite zurück zur vorhergehenden Seite