Aktuelle Termine

Die aktuellsten Veranstaltungen und Neuigkeiten gibt es auf der offiziellen Facebook Seite der Dichterstätte Sarah Kirsch.

Leider musste die Dichterstätte aufgrund notwendiger Reparaturmaßnahmen mehrere Monate geschlossen bleiben. Diese sind jetzt aber abgeschlossen und es gibt wieder regelmäßig Verantstaltungen:

  • 30. Januar 2016: Vortrag über afrikanische Lyrik mit improvisierter Musikbegleitung.
  • 30. Januar 2016: Gedichte von Südafrika bis nach Ägypten
  • 27. Februar 2016: Die Dichter des Vormärz – Ferdinand Freiligrath, Georg Herwegh, Georg Werth
  • 19. März 2016: Themennachmittag zu Pablo Picasso als Schriftsteller
  • 30. April 2016: Themennachmittag zum zum 81. Geburtstag Sarah Kirschs
  • 26. Juni 2016: 19. „Limlingeröder Diskurse“. Vormittags mit Lyrik von Kerstin Hensel und Nachmittags Spaziergang auf dem Dichterweg „Grüner Junipfad“ und Lyriklesung am See.
  • 30. Juli 2016: Themennachmittag zum Dramatiker und Schriftsteller Thomas Brasch.
  • 6. August 2016: Lesung von Franziska Beyer-Lallauret die ihren Gedichtband „Warteschleifen auf Holz“, der im Oktober 2015 veröffentlicht wurde, vorstellt.
  • 27. August 2016: Themennachmittag über den Gedichtband „Sonnenpferde und Astronauten“ in dem Gedichte junger DDR-Bürger gesammt sind. Zu den Autoren gehören unter anderem Volker Braun und Sarah Kirsch
  • 24. September 2016: Themennachmittag über den Schriftsteller Hermann Hesse mit Fokus auf Hesses Leidenschaft zum Malen.
  • 29. Oktober 2016: Themennachmittag über die österreichische Schriftstellerin Christine Lavant.
  • 19. November 2016: Themennachmittag zum expressionistischem Dichter Georg Trakl.
  • 17. Dezember 2016: Themennachmittag über den Band Herr Wolf erwartet Gäste und bereitet ein Essen vor“ der 1990 von Gerhard und Christa Wolf veröffentlicht wurde.
Für Termin- oder Programmänderung und genaue Uhrzeiten siehe die offiziellen Facebook Seite der Dichterstätte Sarah Kirsch.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Die „Dichterstätte Sarah Kirsch“ in Limlingerode

Sarah Kirsch wurde 1935 im Obergeschoss eines schönen Fachwerkhauses in Limlingerode geboren.

Limlingerode ist ein kleiner Ort mit knapp 300 Einwohnern und liegt im Norden Thüringens. (Seit 1996 gehört Limlingerode zur Gemeine Hohenstein.) Das Geburtshaus, 1935 das Pfarrhaus des Ortes, befindet sich in der Langen Reihe 11 und ist auch ohne ein Gerät aus einem GPS Tracker Test ganz leicht zu finden.

1997 wurde in Limlingerode der Förderverein „Dichterstätte Sarah Kirsch e.V.“ gegründet. Ausschlagebend für die Gründung war ein reger Briefwechsel zwischen Heidelore Kneffel, der heutigen stellvertredenden Leiterin des Vereins, und Sarah Kirsch. Heidelore Kneffel, damals Pressesprecherin beim Landratsamt Nordhausen, schrieb 1996 einen Brief an Sarah Kirsch ob sie in einer Chronik für den Landkreis Nordhausen etwas über sie schreiben dürfe. In der Folgezeit entwickelte sich ein Briefwechsel. Irgendwann fragte Heidelore Kneffel ob sie nich für eine Lesung nach Limlingerode kommen wolle und Sarah Kirsch deutete Interesse an, ihr Geburtshaus noch einmal von innen zu sehen.

Als Ziel setzte sich der Verein:

„der Literatur, besonders dem Werk von Sarah Kirsch, eine Heimstätte … zu geben“ (Heidelore Kneffel. Limlingeröder Reihe, Juni 1999. Heft 1.)

Vom Förderverein „Dichterstätte Sarah Kirsch e.V.“ wurde das Geburtshaus umfassend sanierte und in eine einen Ort für Kulturveranstaltungen umfunktionierte. Seit 1997 befindet sich das Fachwerkhaus unter Denkmalschutz und die Sanierung wurde durch Spendengelder finanziert.

Bei der Eröffnung im Jahre 2002 durch den damaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel war auch die Lyrikerin selbst anwesend.

Neben dem Veranstaltungsraum im Erdgeschoss gibt es im Obergeschoss auch eine Forschungsbibliothek und zwei Wohnungen. Außerdem verfügt die Dichterstätte über einen kleinen Hof mit einem „Brunnen vor dem Hause“ und einen kleinen Garten.

Darüberhinaus ist der Förderverein auch für den „Grünen Junipfad“ verantwortlich. Dabei handelt es sich um einen symbolischen Weg, der eingeführt wurde, als Sarah Kirsch 1997 ihren Heimatort besuchte.

Jeden Sommer werden vom Förderverein die sogenannten „Limlingeröder Diskurse“ veranstaltet. Dabei wird ein Thema vorgegeben und führt so Künstler, Wissenschaftler und Besucher zusammen.

Über Sarah Kirsch

Bundesarchiv, Bild 183-R0531-0325 / Stark (geb. Katscherowski), Vera / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
Bundesarchiv, Bild 183-R0531-0325 / Stark (geb. Katscherowski), Vera / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
Sarah Kirsch war eine der bedeutensten deutschen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.

Bekannt wurde sie durch ihre charakteristisch offene Lyrik. In ihren Texten widmete sie sich häufig detailierten Naturbetrachtungen, ihrem Gefühlsleben, aber auch politischen Themen. In den frühen Tagen ihres Schaffens waren die meisten ihrer Gedichte von der Verarbeitung des Krieges geprägt. Später widmete sie sich vermehrt der Natur. Von der Welt wurde sie deswegen die Erneuerin des Naturgedichts genannt.

Leider ist Sarah Kirsch am † 5. Mai 2013 in Heide gestorben. Dennoch leben ihre Gedichte in den Herzen vieler Menschen weiter.

Sarah Kirsch wurde am 16. April 1935 mit dem vollständigen Namen Ingrid Hella Irmelinde Bernstein in Limlingerode bewohnt. Der kleine Ort Limlingerode liegt am Thüringer Südharz. Ihr Geburtshaus, dass Pfarrhaus in Limlingerode, ist heutzutage ein beliebtes Ausflugsziel und als Dichterstätte Sarah Kirsch bekannt.

Ihre Jugend verbrachte sie mit ihrer Famile in Halberstand. Halberstand wurde 1945 verheerend bombardiert, was Sarah Kirsch als kleines Kind mitdurchleben musste.

Sie machte Abitur und begann danach eine Forstarbeiterlehre, die sie allerdings sehr bald wieder abbrach. Stadtdessen studierte sie Biologie in Halle und schloss ihr Studium 1958 als Diplombiologin ab. Während dieser Zeit lernte sie auch in einer Arbeitsgemeinschaft junger Autoren ihren späteren Mann, den Lyriker Rainer Kirsch, kennen.

Ungefähr im Jahr 1960 begann sie unter dem Vornamen Pseudonym „Sarah“ Lyrik in Magazinen zu publizieren.

1963 dann begann sie ein Literturstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Dort beeindruckte sie vor allem das Seminar von Georg Maurer.

Ihre erste größere Publikation sind die Gedichte „Schöner Morgen“ und „Hierzulande“, die während ihres Literaturstudiums in „Auftakt 63, Gedichte mit Publikum“ erschienen sind. Darin sind Texten von 29 Autoren zusammen mit Fotos zusammengefasst.

1965 veröffentlichte sie dann gemeinsam mit ihrem Mann, Rainer Kirsch, den Lyrikband „Gespräch mit dem Saurier“ im Verlag Neues Leben, Berlin. In der Folge erhält das Ehepaar die Erich-Weinert-Medaille der Stadt Halle.

Ihr erster eigenständiger Lyrikband erschien 1967 unter dem Titel „Landaufenthalt“ im Aufbau-Verlag.

1968 kam es dann zur Scheidung von Rainer Kirsch.

1969 wird ihr Sohn, Moritz geboren. Der Vater ist der Lyriker Karl Mickel mit dem sie eine kurse Beziehung hatte. Zu dieser Zeit kann Sarah Kirsch nicht von ihrer Lyrik alleine leben, sondern ist auch als Journalistin, Radiomitarbeiterin und Übersetzerin tätig.

In den folgenden Jahren publizierte Sarah Kirsch eine Vielzahl bedeutender Lyrikbände und Gedichte, für die sie mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Einen tollen Überblick über ihr Werk bietet das Buch „Sämtliche Gedichte“ von Sarah Kirsch.